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Was Sie schon immer über die katholische Kirche wissen wollten, sich aber nie zu fragen trauten
Ökumenisches Lernfeld (ÖLF) 2006-2008
Eine erste Überraschung wartete gleich am Anfang. Schon das Schlüsselwort „Ökumene“ bedeutet im katholischen Kontext etwas anderes als im evangelischen. Während es im evangelischen Bereich eine große Themenbreite von Entwicklungs- und Gerechtigkeitsfragen über Mission bis hin zu Friedensverantwortung und Interreligiösem Dialog bezeichnet, ist das katholische Ökumeneverständnis nur auf interkonfessionelle Fragen bezogen. Umgekehrt fällt dort das meiste, was wir Ökumene nennen, unter das Stichwort „Weltkirche“. Solch unerwartete konfessionell bedingte Perspektivenunterschiede tauchten immer wieder auf, als von Frühjahr 2006 bis Herbst 2008 zwanzig römisch-katholische und evangelische Pfarrer(innen), Priester und Pastoralreferent(inn)en das „Ökumenische Lernfeld“ absolvierten, eine neue Form der Weiterbildung, die gemeinsam von der EKHN und dem Bistum Mainz verantwortet wird.
Wir stellten schnell fest: Es gibt noch immer sehr vieles zu entdecken, selbst zwischen scheinbar so gut bekann¬ten Nachbarn wie katholischer und evangelischer Kirche. In insgesamt fast sechs Kurswochen be¬acker¬ten wir gemeinsam verschiedene Parzellen des großen Ökumene-Feldes. Dabei stand naturgemäß die interkonfessionelle Frage stärker im Mittelpunkt als dies uns evangelischen Ökumenikern üblicherweise vertraut ist – das Thema ist einfach spannend, wenn man es mal direkt mit katholischen Kollegen diskutieren kann! Methodisch ging es von Vor¬trägen und Seminaren durch Fachleute über konzentrierte Denkarbeit an theologischen Texten – mal wieder richtig theologisches Schwarzbrot kauen! – zur Reflexion eigener ökumenischer Praxis bis hin zum gemeinsamen Beten und Feiern. Sogar eine katholische Eucha¬ristiefeier und ein evangelischer Abendmahlsgottesdienst waren im Kurs möglich.
Höhepunkte des Kurses waren die zwei großen Reisen, die wir gemeinsam machten. 2007 ging es nach Rom und in den Vatikan. Für die meisten evangelischen Teilnehmer war dabei die Begegnung mit einer in Geschichte und Gegenwart so ganz mit einer Weltkirche durchdrungenen Stadt ebenso eindrücklich und neu wie für die meisten katholischen Teilnehmer(innen) im folgenden Jahr die Fahrt nach Bossey und Genf, wo sie einer selbstbewussten Ökumenischen Bewegung des Protestantismus und der Orthodoxie begegneten, die sich für sie meistens allenfalls am Rande ihrer Wahrnehmung abspielt.
„Wie verstehst du selbst dein Priesteramt? Hast du durch die Weihe nicht einen 'character indelebilis', fühlst dich als Priester als etwas besonderes?“ „Ich kann als Katholikin nur schwer verstehen wie 'lax' in der evangelischen Kirche nach dem Gottesdienst manchmal mit Brot und Wein umgegangen wird. Ist das denn nicht respektlos?“ ... Wenn man zwei Jahre zusammen lernt, einen Weg zurücklegt, dann entstehen Vertrauen und Freiräume, wo man sich auch mal sehr persönlich über den eigenen pastoralen Dienst, über Freuden und Irritierendes an der andern fremden und der eigenen vertrauten Kirche austauschen kann. Im Idealfall lernt man dabei, das Fremde zu verstehen und zu respektieren, und zugleich genauer zu sagen, warum man im Eigenen beheimatet ist. Das ist das Ziel des Projekts.
Das nächste ÖLF (2009-2011) wird bereits geplant, diesmal auch mit dem Bistum Limburg und womöglich sogar freikirchlichen Teilnehmern. Informationen und Anmeldeformulare gibt es im Zentrum Ökumene (irene.diakite@zoe-ekhn.de, 069-97651821).
Frühere Schwerpunktthemen: 

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