Haiti – die Hilfe kommt an
Nach dem schweren Erdbeben im Karibikstaat Haiti bleibt die Lage für die Überlebenden dra-matisch: Viele warten auf sauberes Trinkwasser, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung. Häuser und Straßen sind zerstört oder stark beschädigt. Das erschwert die Versorgung der Über-lebenden enorm. Mit jedem Tag sinkt die Hoffnung, unter den Trümmern noch Überlebende zu finden. Mittlerweile gehen Experten von bis zu 200.000 Erdbebentoten aus. Das Beben gilt als eines der stärksten der vergangenen 70 Jahre in der Karibik. Mehrere Nachbeben versetzten die Menschen erneut in Angst und Schrecken.
Tommy Ramm von der Diakonie Katastrophenhilfe berichtet von seinen Eindrücken aus der Haupt-stadt: "In Port-au-Prince sammeln sich jeden Tag mehr Menschen in Flüchtlingslagern und auf den Straßen stehen provisorische Schilder: ,We need help!' – ,Wir brauchen Hilfe!' steht auf den Kartons und soll die erwarteten Hilfsgüter in die wild gewachsenen Lager lenken."
Flugzeug bringt Hilfsgüter ins Land
Diakonie Katastrophenhilfe und Caritas international haben einen gemeinsamen Hilfsgüterflug nach Haiti geschickt, der am Dienstag das Katastrophengebiet erreichte. An Bord waren acht Gesundheitsversorgungseinheiten, 20.000 Wasserkanister, 2.000 Decken, 31 Großraumzelte und Tabletten zur Wasserreinigung im Wert von 135.000 Euro. Jede Versorgungseinheit ist auf die medizinische Grundversorgung von 10.000 Menschen über drei Monate ausgerichtet. Darunter sind zum Beispiel Medikamente gegen Infektionen.
Nicht nur Port-au-Prince betroffen
Schwere Zerstörungen werden auch von außerhalb der Hauptstadt gemeldet. Die Stadt Leogane westlich von Port-au-Prince ist zu rund 80 Prozent zerstört. Die Einwohner leben seitdem im Park. In der Küstenstadt Jagmel leben 5.000 Menschen in einem Flüchtlingslager unter widrigsten Bedin-gungen. Für die Bewohner dort ist Hilfe unterwegs: Die Katastrophenhilfe organisiert die Lieferung von Moskitonetzen, Matratzen und Hygienesets per Schiff.
Die Diakonie Katastrophenhilfe leistet seit 2005 permanent Hilfe in Haiti, das eines der ärmsten Länder der Welt ist und seit Jahrzehnten eine anhaltende soziale Krise durchlebt. Rund 70 Prozent der rund neun Millionen Haitianer leben in tiefer Armut. Naturkatastrophen wie Hurrikans und Überschwemmungen peinigen das Land in regelmäßigen Abständen und verstärken die Misere.
Die Hilfsbereitschaft in der EKHN für die Opfer des Erdbebens ist beeindruckend. Allein in der ersten Woche nach dem Beben sind – mit Stand vom 22. Januar 2010 – schon über 40.000 Euro zusammengekommen. Angesichts des Ausmaßes an Not und Zerstörung ist aber natürlich weitere Hilfe nötig und darum rufen wir Gemeinden, Vereine und Einzelpersonen aus dem Bereich der EKHN auch weiterhin dazu auf, für die Arbeit der Diakonie Katastrophenhilfe zu spenden.
Bankverbindung
Die EKHN bittet um Spenden unter dem Kennwort: "Erdbebenhilfe Haiti".
Evangelische Kreditgenossenschaft Kassel
Konto 4 100 000, BLZ 520 604 10
IBAN DE27 5206 0410 0004 1000 00, BIC GENODEF1EK1

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 Fotos aufgenommen von Astrid Nissen
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